Jörg Kachelmann und das Chaos – Chronik V
RitaEvaNeeser schreibt:
Juni 1, 2011 um 12:25 Was mich sehr geärgert hat: Am Schluss stand so ein Gerichtsdiener beim Ausgang und hat das Urteil verteilt. Martini wollte auch ein Exemplar, er hat ihr keines gegeben, weil sie keine Journalistin ist.
Wie doof und primitiv war das? Zwei Stunden später konnte man die komplette? Urteilsbrgründung „NICHT DAS URTEIL!“ abgedruckt in der Presse lesen…. Ausser natürlich die Presse hat etwas geändert, weggelassen oder hinzugefügt.
Wir, die Prozessbesucher sind nicht so blöde, wie das Gericht zu Mannheim glaubt! Zudem sie ja nicht wissen konnten ob nicht jemand mitschreibt. Haben sie noch immer nicht mitbekommen, dass – auch wenn die Blogs oder Foren eine bestimmte Richtung verfolgen, was ich überhaupt nicht bestreite, bestreiten kann- die einzigen war, die ehrliche, wahrheitsgemässe, wörtlich mitgeschriebene und von niemanden gesteuerte Nachrichten brachten.
Aber der Rundumschlag des Richter Seidling hat seinen ganzen Frust erkennen lassen. Er hatte diesen Prozess zu keiner Zeit im Griff. Möglicherweise wusste er sehr genau wie die Staatsanwaltschaft geschlampt hat. Die Nebenklägernähe ist nun einmal gegeben und eine Befangenheit durchaus im Rahmen des Möglichen.
Er wollte endlich auch seinen grossen Auftritt. Die Begründung selber hat mich eher abgestossen, als überzeugt!
Damit danke ich Maschera im Besonderen, aber auch Fritz oder Martini und selbstverständlich B.Meier für ihre unermüdlichen Bemühungen uns unvoreingenommen und ausführlich- über Monate- informiert zu haben! Das ist nicht selbstverständlich und mit grossem Aufwand verbunden gewesen. Sonst hätten wir wirklich nur das, was uns die Presse vorgesetzt hat und das war nicht immer authentisch!
Persönlich danke ich Maschera noch dafür: Du bist eine fantastische und liebenswürdige Gastgeberin!
1.6.Das Drama der journalistischen Bedeutungslosigkeit – der Fall Kachelmann ist beispielhaft für den “Fall” des Mannheimer Morgens
Journalistischer Ehrgeiz? Kein Funke
Nicht einmal war der Funke eines journalistischen Ehrgeizes erkennbar. Der Wille, mit solider Recherche oder starker Meinung oder Lokalkompetenz so exklusiv und überzeugend zu sein, dass andere “genötigt” werden zu schreiben: “Wie der Mannheimer Morgen berichtet…”
(Falls es doch einmal in einem Jahr gelungen sein sollte, erkenne ich das nach in Kenntnissetzung an und bitte um Hinweis auf Korrektur bevor eine mit Kosten verbundene Abmahnung geschrieben werden sollte.)
Heute morgen werden die Menschen in den Spiegel schauen und sich vielleicht die ein oder andere Frage dabei stellen.
Der Strafverteidiger Johann Schwenn wird vermutlich denken: Guter Job!
Jörg Kachelmann wird denken: Nein, danke.
Alice Schwarzer wird denken: Doch!
Gisela Friedrichsen wird denken: Wie ungerecht!
Die Radiomoderatorin wird denken: (Nicht-öffentlich)
Stefan Eisner (unbekannter MM-Redakteur, der den Kommentar geschrieben hat.) denkt: Nur Verlierer.
Horst Roth, der MM-Chefredakteur wird denken…
Keine Ahnung, was Herr Roth denkt.
Vermutlich denkt er. Irgendwas. Dass er auch nur im Ansatz darüber nachgedacht hat, wie man diesen Prozess journalistisch “top” begleitet, darf man getrost in Frage stellen. Und wenn das so gewesen sein sollte, war er leider nicht erfolgreich.
Lordsiegelbewahrer der gepflegten Bratwurstberichterstattung
(…)Terminberichterstattung, Fasnacht, Vereine, Bratwurstjournalismus und “deshämmerschunimmersogemacht” bestimmen die journalistische Minderleistung dieser ehemals geachteten Zeitung. http://www.pushthebutton.de/2011/06/01/das-drama-der-journalistischen-bedeutungslosigkeit-der-fall-kachelmann-ist-beispielhaft-fur-den-fall-des-mannheimer-morgens/
Anmerkung: Lesenswert!
1.6.CDU Kachelmann-Prozess soll politisches Nachspiel haben
Für Opfer sexueller Gewalt sei eine Medienschlacht wie im Fall Kachelmann entmutigend. Die CDU will die Berichterstattung deshalb einschränken – notfalls per Gesetz. http://www.welt.de/politik/deutschland/article13406670/Kachelmann-Prozess-soll-politisches-Nachspiel-haben.html
1.6. Und das wollen Journalisten sein? In der Berichterstattung über den Kachelmann-Prozess haben sich ein paar Publizistinnen besonders hervorgetan. Sie überschritten Grenzen, sind aber offenbar mit sich im Reinen. Das verheißt nichts Gutes. Mehr: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/kachelmann-prozess-in-den-medien-und-das-wollen-journalisten-sein-1635503.html
Anmerkung: Die FAZ als Richter über Kollegen!
1.6. “Strafprozess zum Sittentribunal umfunktioniert”
Das Urteil gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann beschäftigt bundesweit die Leitartikler. Harsch kritisieren sie Gericht, Verteidigung und Berichterstattung – und mahnen die Grundsätze des Rechtsstaats an. http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:pressestimmen-strafprozess-zum-sittentribunal-umfunktioniert/60059630.html
1.6. Was nun, Herr Kachelmann?
Jörg Kachelmann ist nach einem neun Monate dauernden Prozess von den Vergewaltigungsvorwürfen freigesprochen worden. Wie sieht seine berufliche Zukunft aus? Hat er überhaupt noch eine? News.dehat mit einem PR-Experten gesprochen. http://www.news.de/medien/855183710/was-nun-herr-kachelmann/1/
1.6. Am Mittwoch, 1. Juni 2011, lädt die Frauenbeauftragte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Sprich darüber! Weibsbilder – Mannsbilder in Geschichte, Kultur und Medien“ zum öffentlichen Vortrag von Sven Schmalfuß M.A., Studieneinheit Gender Studies und Public Health, Universität Regensburg, ein. Schmalfuß referiert zum Thema “Von Lucretia bis Kachelmann: Vergewaltigung im Spiegel der Kultur”.
Vergewaltigungen waren schon immer mehr als ein „simples“ Gewaltverbrechen; mehr als die sexuelle Inanspruchnahme einer Person gegen deren Willen.
Jenseits der nicht herunterzuspielenden persönlichen physischen und psychischen Schäden des Opfers, öffnen sich noch weitere Dimensionen, die vor allem in der kulturellen Spiegelung von Vergewaltigung offenkundig werden.
Vergewaltigungen sind auch immer Ehrverletzungen, Besitzinanspruchnahmen und/oder Racheakte. Hierbei ist aber durchaus ein Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung zu sehen. Der Art, Stärke und den Richtungen dieses Wandels durch die Jahrhunderte nimmt sich dieser Vortrag an.
Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Raum 106 des Hauptbaues der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Auf der Schanz 49, Ingolstadt).
Quelle: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Anmerkung: Ausgerechnet die Katholischen, deren Priester unzählige Kinder und Jugendliche missbraucht, vergewaltigt und geprügelt haben, veranstalten einen solchen Abend. Genau nach dem Freispruch. Das ist Nachverurteilung pur!
1.6. Den Gutachtern wurde das Feld überlassen
dieStandard.at: Frau Breiter, gestern wurde das Urteil im Fall Kachelmann verkündet. Hat es sie überrascht?
Marion Breiter: Nein. Ich hab einen Freispruch erwartet, die Medienberichte waren klar auf Seiten des Angeklagten. Das ist oft ein Indiz dafür, wie das Urteil tatsächlich ausfällt. Außerdem haben die Gutachter der Verteidigung quasi den Prozess geführt. Der Richter hat sich sehr zurückgenommen und mehr oder weniger den VerteidigerInnen und ihren Gutachtern das Feld überlassen. Insofern war es zu erwarten, dass es im Sinne der Verteidigung ausgeht.
Die Gutachter der Verteidigung waren alle einhellig der Meinung, dass sich die Klägerin die Verletzungen selber beigebracht hat, während die Gutachter, die nicht von der Verteidigung bestellt waren, diese Frage offen gelassen haben: Es könnte Selbstverletzung gewesen sein oder sie könnten auch von jemand anderem stammen. Letztendlich ist man nach 44 Verhandlungstagen und neun Monaten dort gelandet, wo solche Prozesse meistens landen: Aussage steht gegen Aussage. http://diestandard.at/1304553372404/Expertin-ueber-Kachelmann-Den-Gutachtern-wurde-das-Feld-ueberlassen
Anmerkung: die Standard.at – Aktuelle Nachrichten und Informationen von Österreichs erstem und einzigem Online-Medium von Frauen für Frauen. Österreichs Pendant zu Emma – und genauso militant- voreingenommen und männerfeindlich!
1.6. Kachelmann – Das Ende mit Schrecken
Kachelmann, – noch vor einem Jahr stand der Name für originelle Wettermoderation. Heute ist er untrennbar mit dem Verdacht der schweren Vergewaltigung verbunden. „In dubio pro reo“, lautete der Urteilsspruch am 31. Mai 2011, der aus Jörg Kachelmann zwar einen freien Mann machte, aber zugleich einen, dem der böse Verdacht wie Teer auf der weißen Weste haften geblieben ist.
„Im Zweifel für den Angeklagten.“
Gut so. Unschuld muss geschützt werden, auch wenn Zweifel bleiben.
Aber war er’s nun oder war er’s nicht? Tat er’s oder tat er er’s nicht? Hat sie die Wahrheit gesagt oder gelogen? Ist er der Täter oder sie Täterin?
Fragen, die das Mannheimer Gericht nicht klären konnte und auf die eine Schar der
renommiertesten Kriminologen, psychologischen Gutachter Deutschlands nebst zahlreicher Zeugenbefragungen keine eindeutige Antwort fanden.
(…)Für mich stellt sich allerdings die höchst interessante Frage, wie viel an der „Causa Kachelmann“ Ergebnis jahrzehntelanger Politpropaganda ist, die aus Frauen Opfer und aus Männern Täter machte und weiterhin macht.
(..) Dass Frauen, die sich als Gewaltopfer bekennen, oftmals lügen, ist zwar international in beeindruckenden Studien erforscht und dokumentiert. Auch in Deutschland waren sich z. B. 2005 in einer Untersuchung „Vergewaltigung und sexuelle Nötigung in Bayern“ „alle Sachbearbeiter von Sexualdelikten einig, dass deutlich mehr als die Hälfte der angezeigten Sexualstraftaten vorgetäuscht werden.“
„Nach Bewertung der polizeilichen Sachbearbeiter sind fast zwei Drittel (64 %) der […] Verfahren ‚eher‘ oder ‚mit hoher Wahrscheinlichkeit‘ Vortäuschungen oder falsche Verdächtigungen.“ (kiforum2005_elsner.pdf)
Wahrhaben will man diese Möglichkeit aber selten. http://www.karin-jaeckel.de/medien/pdf/Kommentar_Kachelmann_EndeMitSchrecken.pdf
1.6. Jörg Kachelmann: Geteiltes Echo nach dem Freispruch
Der Regensburger Strafrechts-Professor Henning Ernst Muellersprach von «viel Kritikwürdigem an dieser Verhandlung». Die Staatsanwaltschaft sei «zu weit» gegangen, indem sie viele Informationen an die Presse gegeben habe. «Hart an der Grenze des Erträglichen» sei auch gewesen, dass Zeuginnen von der Presse außerhalb der Hauptverhandlung Geld für Interviews angeboten wurde.
Die Juristin Monika Frommel, Direktorin des Instituts für Sanktionenrecht und Kriminologie an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, fällte ein vernichtendes Urteil: «Wir haben einen schrecklichen amerikanisierten Medienprozess erlebt.» Der Freispruch für Jörg Kachelmann sei «zwingend, angesichts der schlechten objektiven Beweislage und angesichts der Aussage der Opferzeugin», sagte sie im Südwestrundfunk.
Medienanwalt Christian Schertz forderte, den Umgang der Justiz mit den Medien zu prüfen. In der SWR-Talkshow «2+Leif» sagte er laut einer Mitteilung des Senders: «Wir werden prüfen müssen, ob wir in einer Gesellschaft leben wollen, wo der bloße Vorwurf eines Fehlverhaltens zu einer derartigen Vernichtung bereits vor dem Urteil führt.» Bei dem Prozess hätten eigentlich alle versagt. http://www.superillu.de/aktuell/Reaktionen_auf_Kachelmann-Freispruch_2038784.html
Anmerkung: Natürlich wissen Schwarzer und Konsorten auch etwas dazu zu sagen!
1.6. Kachelmann und die Desinformations-Industrie
Was bleibt nach dem Gerichtsfall um Jörg Kachelmann? Nichts. Oder anders gefragt: Welcher Medienkonsument wäre fähig, einem uninformierten ausländischen Besucher zu erzählen, worum es im Prozess gegen den Medienunternehmer und Wettermoderator gegangen ist? Gewiss, im kleinen Kern ist die Sache klar: Eine ehemalige Freundin hatte Kachelmann der Vergewaltigung beschuldigt. Darum der Prozess. Aber darüber hinaus? Was steht fest?
Praktisch nichts. Und dies trotz einer höchst intensiven Berichterstattung seit mehr als einem Jahr. Die Unmenge an Informationen, die in die Öffentlichkeit floss, steht in krassem Missverhältnis zu den wenigen Nachrichten, die man als verlässlich bezeichnen darf. Der Fall Kachelmann gleicht einer Bankrotterklärung der Informationsindustrie oder zumindest jener Medien, die sich auf die Affäre stürzten. http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/kachelmann_und_die_desinformations-industrie_1.10775371.html
2.6. Nicht einmal jetzt mochte dieses Gericht dem Angeklagten die Würde zurückgeben, die es ihm in den vergangenen neun Monaten genommen hat. Es lässt zähneknirschend von ihm, wie ein wildes Tier, das man von seiner Beute zerrt. Und der Angeklagte bleibt zurück, frei, aber fürs Leben beschädigt.
(..) Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge machte dem berüchtigten Wort von der Staatsanwaltschaft als “Kavallerie der Justiz” alle Ehre und rechtfertigte sein Vorpreschen gegen den Angeklagten durch eine aggressive Öffentlichkeitsarbeit: Kachelmann saß gerade eine Woche in Haft, da wussten die Zeitungen schon, was das angebliche Opfer der Staatsanwaltschaft erzählt hatte. Und so ging es neun Monate lang weiter. Bis zu Oltrogges Plädoyer, das er in der Presse mit den Worten ankündigte, es würden neue “pikante Details” aus Kachelmanns Liebesleben enthüllt. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,766276,00.html
1.6.Richter orientierten sich über Internetforen
Wir dokumentieren einen Auszug aus der gestrigen, im Wege einer Pressemitteilung (!) veröffentlichten Urteilsbegründungim Fall Kachelmann:
Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Aber auch sie kennt Grenzen. Diese Grenzen existieren offensichtlich im Internet nicht. Vorwiegend hinter der Fassade der Anonymität wurden im Verlauf des Verfahrens in den Meinungsforen, Blogs und Kommentaren im Internet die Persönlichkeitsrechte des Angeklagten, der Nebenklägerin, aber auch des Gerichts und der Verfahrensbeteiligten immer wieder mit Füßen getreten, ohne dass die Möglichkeit bestanden hätte, sich dagegen in irgendeiner Weise effektiv zur Wehr zu setzen.
Offenbar waren Mitglieder der Kammer fortgesetzt im Internet unterwegs gewesen, um sich ein Bild von der “Außenwirkung” des Verfahrens zu verschaffen. Oder aber vom Pressereferenten des Landgerichts gebrieft. Dazu meinte der ehemalige Verwaltungsrichter und Bundestagsabgeordnete Dieter Wiefelspütz (SPD) laut stern.de in den Passauer Neuesten Nachrichten:
… die Medien seien in dem Mannheimer Prozess “bedient und instrumentalisiert worden”. “Gericht, Staatsanwaltschaft, Verteidiger – alle wollten den Medienprozess.” Jetzt gebe es nur Verlierer und Opfer.
Wir zitieren dazu eine weitere Passage aus den mündlichen Urteilsgründen:
Gerichte müssen und sollen damit leben, dass sie durch die Medien öffentlicher Kontrolle unterliegen. Umgekehrt aber ist es Aufgabe der Presse, vollständig und sachlich zu berichten, dem Leser damit die Möglichkeit zu geben, sich unvoreingenommen eine Meinung zu bilden und dabei die Würde des Gerichts und der Verfahrensbeteiligten zu achten.
Das lassen wir einmal unkommentiert so stehen.http://reg4tel.net/2011/06/01/richter-orientierten-sich-uber-internetforen/
1.6. Die Angst der Richter vor dem klaren Wort
Die Begründung dieses Urteils allerdings: wie befürchtet. Viele Gerichte pflegen in solch unklaren Fällen den Mann zwar freizusprechen, die Frau aber, die den Prozess angestrengt hat, unbeschadet zu lassen, selbst wenn sie der Lüge überführt ist. Das ist eine unerträgliche Situation, wie der Fall Kachelmann exemplarisch belegt.
Einem Unschuldigen mitzugeben, dass man keineswegs von seiner Unschuld überzeugt sei und dass er zeitlebens als potentieller Vergewaltiger gelten werde – was soll das? Einer Frau hinterherzurufen, den Verdacht, sie sei eine rachsüchtige Lügnerin, werde sie nie mehr los – den Beweis dafür trat das Gericht selbst an. Nach der Urteilsverkündung soll sie getobt, gegen Möbel getreten und ihren Anwalt beschimpft haben.
Das Gericht versuchte einen Spagat, der nicht gelingen konnte. Es hätte genügend Anhaltspunkte gegeben zu sagen: Dieser Mann ist in eine lange vorbereitete Falle getappt. Das hätte aber zur Folge gehabt, dass man der Nebenklägerin möglicherweise strafbares Handeln hätte bescheinigen müssen, wie es die Verteidigung wünschte. Davor scheuten die Richter zurück.
Also sprachen sie von den “Grenzen menschlicher Erkenntnismöglichkeiten”, was grundsätzlich Respekt verdient, vor allem, wenn Aussage gegen Aussage steht. Doch der Königsweg heraus aus der Furcht vor dem klaren Wort ist eine solche Entscheidung nicht. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,766105,00.html
1.6. Genug gestraft
Wenn Prominente am Pranger stehen, kommt es oft zu Medienprozessen und öffentlichen Vorverurteilungen. Manch ein Angeklagter ist „erledigt“, noch bevor die Richter ihr Urteil gefällt haben. Doch Freispruch ist Freispruch – da darf kein Makel haften bleiben.
Noch vor wenigen Jahren war es unüblich, über Ermittlungsverfahren überhaupt zu berichten. Denn ermittelt wird schnell, ein Anfangsverdacht einer Steuerhinterziehung, auch einer Gewalttat ist schnell bei der Hand. Aber viele Ermittlungen werden ebenso schnell wieder eingestellt. Wenn freilich Anklage erhoben wird, die Maschine der Justiz heiß gelaufen ist, dann ist sie nur noch schwer zu stoppen.
Wer dann schon früh öffentlich vorgeführt wird, der steht am Pranger, gilt als schuldig. Die Nennung des Namens reicht. Hier soll mehr aushalten, wer ohnehin im Rampenlicht steht. Er muss ertragen, dass über ihn berichtet wird. Wer der „öffentlichen Sache“ dient, ist selbst eine. So hat das Verfassungsgericht Prinzessin Caroline und dergleichen eine „Leitbildfunktion“ zugesprochen; Prominente bieten demnach „Orientierung bei eigenen Lebensentwürfen“. http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/kachelmann-prozess-genug-gestraft-1642376.html
1.6. Schweizer Medien begrüßen Freispruch – und Kachelmann twittert
Schweizer Medien haben am Mittwoch den Freispruch für TV-Moderator Jörg Kachelmann weitgehend als gerechtfertigt bezeichnet. Wo sich der 52-Jährige einen Tag nach dem Mannheimer Urteil aufhielt, wollte sein Sprecher in Zürich am Mittwoch nicht sagen. «Aber er arbeitet für Meteomedia», hieß es.
Kachelmann hatte das Wetter-Unternehmen mit Sitz in der Schweiz 1990 gegründet. Zur ARD, wo er jahrelang das Wetter moderiert hatte, werde er vorerst aber nicht zurückkehren. Für die Boulevardzeitung «Blick» gab es keine Anzeichen, dass sich Kachelmann über seinen Freispruch gefreut habe. Seine Pose nach dem Urteil habe «eingeübt, ausgedacht» gewirkt. «Als wolle er um keinen Preis Freude zeigen oder triumphieren. Es scheint, als hätte Kachelmann sich seine Reaktion im Falle eines Freispruchs ganz genau überlegt.»
(…) Kachelmann selbst wetterte noch am Tag seines Freispruchs über Twitter gegen Burda und Springer. Beide Verlage hatten während des Prozesses mehr oder minder Position für die Ex-Freundin und Nebenklägerin bezogen, die im Burda-Verlag erscheinende Illustrierte “Bunte” hatte Interviews mit Kachelmanns Ex-Geliebten veröffentlicht, die im Gericht als Zeugnnen auftraten. http://www.wz-newsline.de/home/panorama/specials/der-fall-kachelmann/schweizer-medien-begruessen-freispruch-und-kachelmann-twittert-1.674442
1.6. Hart aber fair: 01.06.2011, Kachelmann: Freispurch vor Gericht, aber lebenslänglich vor der Öffentlichkeit? http://mediathek.daserste.de/podcast/443240_hart-aber-fair-zum-mitnehmen/7337520_hart-aber-fair-01-06-2011-kachelmann-freispurch
1.6. Justizministerin: Verfahren in Talkshows verlagert
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte die Rolle der Medien im Fall Kachelmann: “Rechtsstaatliche Verfahren drohen ausgehebelt zu werden, wenn die Beweisaufnahme vom Gerichtssaal in Talkshows verlagert wird”, erklärte sie im Gespräch mit der “Passauer Neuen Presse”. Die Unschuldsvermutung sei in Gefahr, wenn Medien ihr Urteil lange vor dem Richterspruch fällen würden. Die Entscheidung der Mannheimer Richter lobte sie: “Das heutige Urteil stärkt das Vertrauen in die Unabhängigkeit der deutschen Justiz.”
Journalist Leyendecker: Schwarzer hat Renommee verloren
Der Journalist Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung kritisierte im Deutschlandfunk die Rolle der Medien und einiger Berichterstatter im Fall Kachelmann: “Das Interessante ist ja auch, dass mittlerweile Gerichtsreporter auch Talkshowbewohner geworden sind”, sagte er. Über Alice Schwarzer sagte er, sie habe aus seiner Sicht jegliches journalistisches Renommee verloren. “Die war ja nicht Berichterstatterin, sondern die hat sich selbst zum Mittelpunkt gemacht.” Die Journalistin habe sich nicht an die journalistischen Grundsätze wie Objektivität gehalten, sagte er.
1.6. Mal im Ernst: Wer wollte nach Jörg Kachelmanns Freispruch noch mal die bekannten Ansichten Alice Schwarzers hören? Selbst Sandra Maischberger schien unglücklich über die Besetzung ihres Talks zu sein – doch sie hatte der thesenfreudigen Diskutantin wenig entgegenzusetzen.
Hätte Sandra Maischberger oder irgendwer aus ihrer Redaktion am Dienstag in der Schlange vor dem Landgericht Mannheim angestanden, um beim Urteil im Fall Kachelmann live dabei zu sein, sie hätten eiligst die Gästeliste für den Abend über den Haufen geschmissen. Denn spätestens um 5 Uhr in der Frühe war klar: Mit Alice Schwarzer ist kein Blumentopf zu gewinnen.
Man hätte sich gewünscht, dass Seidling für den Abend ein letztes Machtwort gesprochen und die Öffentlichkeit auch von der Ausstrahlung der Maischberger-Talkrunde ausgeschlossen hätte. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,766054,00.html
1.6. Hier die gröbsten Ärgernisse.
Ärgernis Nr. 1 – das Nachtreten gegen den freigesprochenen Jörg Kachelmann in der Urteilsbegründung: Der Angeklagte werde mit dem Verdacht entlassen, ein „potenzieller Vergewaltiger“ zu sein, die Nebenklägerin müsse damit leben, als „potenziell rachsüchtige Lügnerin“ zu gelten, so der Vorsitzende Richter.
Es ist beispiellos, dass die Mannheimer Richter in ihrer Urteilsbegründung dem Freigesprochenen nachträglich den Makel des üblen Verdachts anheften wollen. Jeder hat so lange als unschuldig zu gelten, bis er von einem Gericht für schuldig erklärt wird. So gesehen gibt es juristisch keinen „Freispruch zweiter Klasse“: Freispruch heisst unschuldig! Auch ist es nicht Aufgabe des Gerichts, die „Wahrheit“ herauszufinden, sondern zu schauen, ob die Beweise für eine Verurteilung ausreichen. Das war hier nicht der Fall, weswegen das Urteil lauten musste: Freispruch aus Mangel an Beweisen. Noch einmal ganz klar: Laut richterlichem Urteil hat Kachelmann als unschuldig zu gelten. Punkt. Weiterlesen: http://newsbloggers.ch/2011/06/01/jorg-kachelmann-ist-unschuldig-ende-eines-bizarren-prozesses/
1.6.«Frau Schwarzer hat vom Prozess keine Ahnung gehabt»
Zum großen Alleinunterhalter bei Markus Lanz schwang sich derweil Kachelmann-Verteidiger Johann Schwenn auf. Der eloquente Rechtsanwalt nahm dem Moderator geradezu das Heft aus der Hand, während er die Fernsehbühne nutzte, um zum großen Rundumschlag gegen seinen Vorgänger, die Medien und Alice Schwarzer auszuholen.
«Frau Schwarzer ging es, wie bei allen ihren Anliegen, immer um sich selber», befand Schwenn. Vom Prozess selbst habe sie keine Ahnung gehabt. «Sie glauben doch nicht, dass die Leser der Bild-Zeitung glauben, was Frau Schwarzer schreibt.» Diese habe sich vom Springer-Blatt lediglich instrumentalisieren lassen.
Die Retourkutsche von Schwarzer ließ nicht lange auf sich warten, wenn auch im anderen Programm: «Mit einem tüchtigen Anwalt wäre es anders gelaufen», kritisierte die Bild-Kolumnistin Schwenns Vorgehen. Dessen Strategie sei es ja gewesen, zu suggerieren, dass einfach alles nicht stimme.
Auch für den freigesprochenen Kachelmann hatte die Feministin, kaum überraschend, wenig warme Worte übrig und attestierte ihm eine «Neigung zu menschenverachtender Manipulation von Frauen». Dass Kachelmann zudem während des Prozesses geheiratet habe, sei mindestens «geschmacklos», ja «unappettilich» gewesen. http://www.news.de/medien/855183570/kachelmann-und-kein-ende-insicht/1/
1.6.Ein kafkaeskes Urteil
Leser Sepand Momtahen erkennt erschreckend viele Parallelen zwischen dem Freispruch “zweiter Klasse” für Wettermoderator Kachelmann und dem “Prozess” von Franz Kafka.
Kennen Sie Kafkas Prozess? Das gesamte Verfahren gegen Jörg Kachelmann, vor allem das Auftreten der Anwälte, das Verhalten der Presse und die wenigen Zitate, die von den Richtern an die Öffentlichkeit drangen, könnten bisher unentdeckte Fragmente aus Kafkas Werken sein. http://www.zeit.de/gesellschaft/2011-06/leserartikel-kachelmann-kafka
1.6. Jörg Kachelmann twittert
Kachelmann – oder derjenige, der in seinem Namen schreibt – attackiert damit den Burda-Verlag. Der hatte mehrfach und intensiv über den Verlauf des Vergewaltigungsprozesses berichtet. In der „Bunten“ waren etwa Interviews mit Frauen zu lesen, die behaupteten, ein Opfer Kachelmanns geworden zu sein und detailreich darüber berichteten. Kachelmann, so darf man annehmen, wird von der Berichterstattung wenig angetan gewesen sein.
(…) Die Rückkehr des Schweizers in die Normalität verläuft somit nicht eben reibungslos. Kachelmann will ab sofort wieder für den von ihm gegründeten Wetterdienst Meteomedia arbeiten. Doch ein Schatten des Prozesses wird an ihm haften bleiben. Zwar hatten die Richter ihn wegen Beweismangel freigesprochen, das aber nicht ohne das Urteil in ihrer Begründung einzuschränken. http://politik-news.net/jorg-kachelmann-twittert/
1.6. In der Ausgabe vom 1. Juni fragte sich “Blick” “Wie lange hat Kachelmann für diese Pose trainiert?” Der Titel bezieht sich auf das Bild links. Der Medienprofi hat auch sein Verhalten bei der Urteilverkündung genau überlegt. Das Verhalten im Gerichtssaal bei der Urteilsverkündigung war immer beherrscht, so als wolle er bewusst keine Signale der Enttäuschung oder des Triumpfes vermitteln. Beim Verlassen durch die Tiefgarage im Landgericht wusste Jörg Kachelmann, dass er von unzähligen Fotografen “gejagd” wird. Der Wettermoderator sass still auf dem Rücksitz, den Kopf in beide Hände gestützt. Ich glaube nicht, dass er dies eingeübt hat. Doch hatte er sich diese Pose sicherlich ausgedacht. Mit diesem Bild vermittelt er ebenfalls weder Triumpf, Freude noch Enttäuschung. Er wirkt gefasst. Die Hände fassen das Gesicht .http://www.rhetorik.ch/Aktuell/11/05_31a/index.html
Anmerkung :Natürlich ist die Ausgabe des Blick im Nirwana verschwunden! Fehler 404: Seite nicht gefunden
1.6. Kachelmann: Lebenslänglich Medienopfer?
Der “Prozess des Jahres” gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann hat am Dienstag seinen Höhepunkt erreicht. Nach monatelanger Verhandlung kam es zur Urteilsverkündung. Das Medieninteresse daran war erwartungsgemäß enorm. Und es gab wieder die Bilder, die bereits seit Prozessbeginn zu sehen waren: Kachelmann im Auto, sein Anwalt im Auto, viele Reporter mit Mikrofonen und Kameras auf der Jagd nach einem Statement oder einem Bild. http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/kachelmann191.html
1.6. Die Tageschau hat sich bewusst zurückgehalten. Wir haben den Fall erst bei Anklageerhebung aufgegriffen, dann den Prozessauftakt und das Urteil als großen Reporterbericht gemacht, die Plädoyers waren gediegene Wortmeldungen. C’est tout. Keine Frage, dieser Prozess war ein Nachrichtenthema. Denn abgesehen vom hohen Gesprächswert des Falls, hat die Diskussion über den Umgang der Justiz mit Fällen sexueller Gewalt längst den Tellerrand des Mannheimer Gerichts überschritten. Aber mehr Berichterstattung musste aus meiner Sicht nicht sein. http://blog.tagesschau.de/2011/06/01/kachelmann-das-urteil-in-der-tagesschau/
Anmerkung: Kai Gniffke schreibt dann weiter dieser Beitrag wäre reine Selbstbeweihräucherung! Das einzig wahre Wort , die ganze ARD hat sich- in der Causa Kacheklmann- extrem mies verhalten! Und Herr Möller? Wenn ich an den denke, dann spüre ich noch immer seinen Zeigefinger, den er mir in die Schulter geschlagen hat!
1.6.Folgt Streit um Entschädigung?
Mit welcher materiellen Entschädigung kann er nach dem Freispruch für seine 132 Tage in Untersuchungshaft rechnen?
Pro Tag gibt es 25 Euro, sagt Leitender Oberstaatsanwalt Harald Kruse bei der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz. Das ist nicht gerade üppig, allerdings kann jeder, der unschuldig in Haft war, auch Verdienstausfall bei der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft geltend machen.
Bei normalen Angestellten, die während der Haft kein Gehalt mehr von ihrem Chef bekommen, ist dies leicht zu beziffern. Kniffliger wird es bei Unternehmern. Nach den Worten von Kruse müssen sie schlüssig beziffern, wie hoch der wirtschaftliche Schaden durch ihren unfreiwilligen Aufenthalt im Gefängnis war. Gegen den Bescheid, den die Generalstaatsanwaltschaft letztlich festsetzt, kann man klagen. http://www.rhein-zeitung.de/startseite_artikel,-Folgt-Streit-um-Entschaedigung-_arid,257121.html
2.6.Bei Maischberger wurde der Fall Kachelmann im Interesse der Frauen-Rechtlerin Alice Schwarzer praktisch noch einmal verhandelt.
Mein Eindruck: Ein wesentliches Argument wurde offenbar sowohl während des Prozesses als auch in der Talkshow ausgelassen. Wenn das Vorleben von Herrn Kachelmann nämlich nichts weiter als ein lockeres Leben eines Casanovas war, der immer mehrere Pfeile im Köcher hatte, Geliebte in Reserve, dann hatte er es logischerweise nämlich nicht nötig, bei einer einzelen Geliebten Gewalt anzuwenden, um sich Sex abzuholen. Er sagte aber aus, dass dieser Sex einvernehmlich stattfand, bevor er ein mutmaßliches Drängen der Geliebten, die Beziehung zu konkretisieren, mit der Wahrheit konterte, diverse andere Geliebte zur Verfügung zu haben. Er wollte die Frau dann lieber los werden. Darin sehe ich ein Motiv der Frau, sich zu rächen.
Kachelman hat mit der gleichen jovialen Art, die ihn als Wetter-Experte beliebt gemacht hatte, auch seine Geliebten behandelt. TV-Publikum und diese Frauen liegen auf einer Linie. Darum fielen ihm Eroberungen leicht, wurden ihm auch leicht gemacht. Kachelmann blieb echt, auch als Casanova oder meinetwegen auch “Schwerenöter” (Wir erleben zurzeit eine Inflation dieses Begriffes, es gibt offenbar zu viele).
Darum komme ich zur Schlussfolgerung, dass Kachelmann tatsächlich unschuldig ist, keine Gewalt angewendet hat und die einzige Aussage, die er zum Prozess gemacht hat, wahr ist. Er hatte es nicht nötig, Sex zu erzwingen. Aber gerade das stachelte die düpierte Geliebte auf. Frauen wollen die Ausschließlichkeit, die ich oben als Ideal beschrieben habe, um sich selbst zu verwirklichen und müssen extrem denken, oder wie hier handeln, wenn sie um dieses Ziel betrogen werden, weil der Partner ein Lügen-Gebäude errichtet hat und gar nicht interessiert ist. http://internet-schreibtisch.blogspot.com/2011/06/casanova-kachelmann.html
2.6. Treffender hätte ein Psychogramm für Kachelmann gar nicht aussehen können. Eine ganz zentrale Thematik lautet „eine Seele tröstet die Traurigen“, was als Lebensbeauftragung bisher immer nur sehr einseitig vom Datengeber erfüllt worden ist, nämlich mit wechselnden Liebesverhältnissen, was nicht tröstlich war für die Betroffenen. Hier gibt es noch einiges zu lernen, nämlich die Entwicklung anzutreten vom ganz jugendlichen, egoistischen Verständnis zu tieferer Reifung durchzudringen http://blog.tierkreispsychogramm.de/2011/06/jorg-kachelmann-psychogramm-nach-tierkreismethode-wettermoderator-geb-15-7-1958-in-lorrach-geburtszeit-unbekannt/
2.6.Kachelmann-Freispruch: Ex-Geliebte denkt über Revision nach
Als Nebenklägerin und Haupt-Belastungs-Zeugin hat die Ex-Geliebte von Jörg Kachelmann in dessen Vergewaltigungs-Prozess eine tragische Figur eingenommen. Der Freispruch von Jörg Kachelmann – wenn auch nur aus Mangel an Beweisen – ist für sie ein schwerer Schlag.
Die Radio-Moderatorin ist fortlaufend krank geschrieben.
„Meiner Mandantin geht es nach dem Urteil sehr schlecht. Sie muss die Worte des Gerichts jetzt erst mal verarbeiten“, sagte ihr Anwalt Thomas Franz (45) jetzt der Bildzeitung und stellt in Aussicht, dass sich die Nebenklägerin den Weg der Revision überlege.
„Der Vorsitzende sagte, dass die Kammer von der Unschuld des Herrn Kachelmann nicht überzeugt ist, es war ein Freispruch zweiter Klasse!“ so Thomas Franz. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. http://netplosiv.com/201156738/kriminalitaet/kachelmann-freispruch-ex-geliebte-denkt-ueber-revision-nach
Anmerkung: Lauter Theater der Dame, sie hat immer gearbeitet und es geht ihr schlecht, wenn es gerade passt. Im Nebenraum des Gerichtssaals konnte sie noch temperamentvoll toben, gegen Möbel treten und schimpfen!
2.6. Terre des Femmes kritisiert das Kachelmann-Urteil
http://www.tikonline.de/video/detail.php?nr=106872&rubric=Videosection
Anmerkung: Aber Achtung! Bevor Birte Rohles ihre Weisheit auslässt, darf man ewige Werbung ansehen!
2.6. Kachelmann geht juristisch gegen viele Medien in Deutschland vor, auch Schadensersatz und Schmerzensgeld sind möglich. Geld, das er brauchen kann. Seine Pflichtverteidigerin Andrea Combé wird aus der Staatskasse bezahlt. Als Angeklagter hatte er sich mit Reinhard Birkenstock und zuletzt mit Johann Schwenn aber noch einen der Top-Strafverteidiger geleistet. Die muss er selbst bezahlen. Stundensätze von 500 Euro und mehr sind in dieser Liga möglich, Schwenns Sätze aber, berichten frühere Mandanten, liegen ein Stück darunter. Weil der aber stets aus Hamburg angereist war, dürfte er trotzdem mit rund 4000 Euro pro Prozesstag zu Buche geschlagen haben. Zusammen mit außergerichtlichen Honoraren und denen für seine Medienanwälte wird ein sechsstelliger Betrag fällig, möglicherweise sogar in Höhe mehrerer hunderttausend Euro.
Folgen soll das Urteil allerdings auch auf politischer Ebene haben, jedenfalls nach dem Willen des Vorsitzenden im Bundestags-Rechtsausschusses, Siegfried Kauder (CDU). „Es darf nicht sein, dass die Intimsphäre der Betroffenen bis in den letzten Winkel in aller Öffentlichkeit ausgebreitet wird“, sagte der Abgeordnete der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Medien müssten verpflichtet werden, nicht über Aussagen zu berichten, die vor Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit gemacht würden. Kauder schlug vor, Auflagen für die Berichterstattung über Sexualdelikte notfalls gesetzlich zu regeln, „soweit die Medien sich nicht zu einer überzeugenden Selbstverpflichtung bereiterklären“. http://www.tagesspiegel.de/politik/freispruch-fuer-kachelmann-teure-unschuld/4247190.html
2.6. Freispruch! Die Kosten trägt die Staatskasse! Weiter wird Kachelmann für die erlittene Untersuchungshaft von 132 Tagen, mit 25.- Euro pro Tag, also 3300.- Euro entschädigt. Für Kachelmann gab es nur die besten Anwälte und sogar einen Medienberater soll er gehabt haben. Über 40 Verhandlungstage hat man gebraucht um einen in dubio pro reo Freispruch zu erzielen. Welche vergewaltigte Frau traut sich noch, nach diesem Urteil, überhaupt dies zur Anzeige zu bringen? Auch auf den Prozess in New York dürfen wir gespannt sein, denn auch dieser Mensch spricht von einvernehmlichen Sex. Die Betroffenen werden vor Gericht in die Mangel genommen und als Lügnerin hingestellt.
In dubio pro reo ist käuflich: Ein Angeklagter ohne dicke Geldbeutel für Sachverständige (und natürlich Anwälte), das ist leider zu konstatieren, hätte sich wahrscheinlich ein ungünstigeres Urteil als Kachelmann abgeholt – und das auch noch viel schneller, da hätten 5 Tge gereicht. Der Zweifelsgrundsatz ist käuflich. Darüber kann man sich durchaus sorgen machen.
Reiche, Hochgestellte und Abartige können sich die besten Anwälte leisten. Bei einem Freispruch zahlt der Staat die ganze Veranstaltung und das sind in diesem Fall wir alle. http://goldblogger.de/deutschland/gesetze/kachelmann-und-im-zweifel-fuer-den-angeklagten.html
Anmerkung: das hört sich aber schon stark nach Neid an! Dass die Staatsanwalt Mannheim, die Polizei Schwetzingen und ein fast gelähmtes Gericht dafür verantwortlich sind, wird in diesem Bericht nicht erwähnt!
2.6. Der Fall Kachelmann und das seltsame Rechtsverständnis von Alice Schwarzer
Kachelmann wurde freigesprochen und Alice Schwarzer schreibt auf ihrem Blog von einem „Freispruch dritter Klasse und seine Folgen“.
Nun ist aber gut, ging es mir durch den Kopf, als das Urteil gefällt wurde. Die mediale Schlacht um einen an sich bedeutungslosen Wetterfrosch hat nun ein Ende, dachte ich. Ich habe zwar noch mit Talkshows gerechnet, in denen das Thema rauf und runter diskutiert wird und sicherlich wird Kachelmann auch noch auftreten, um die mediale Endrunde zu diesem Thema einzuleiten.
Doch Alice Schwarzer möchte wohl mit ihrem Beitrag, „Ein Freispruch dritter Klasse und seine Folgen“, daraus einen Dauerbrenner machen.
Zuerst jedoch meine persönliche Einschätzung zum Fall Kachelmann. Es gibt keine Beweise. Das Ermittlungsverfahren konnte nichts belastendes zu Tage fördern. Aussage stand gegen Aussage. Hätte es überhaupt zu einem Prozeß kommen dürfen?
Der Gutachterverschleiß war enorm, brachte aber keine Beweise für Kachelmanns Schuld. Im Gegenteil.
Gericht und Staatsanwaltschaft haben sich nicht mit Ruhm bekleckert. Die Urteilsbegründung ist in weiten Teilen eine Farce.
War er es oder war er es nicht? Schnell bildeten sich zwei Lager. Je mehr Fakten bekannt wurden, um so klarer wurde mir, dass man diesen Mann nicht schuldig sprechen kann.
Alice Schwarzer schreibt:
- Dieser Freispruch mangels Beweise ist kein Freispruch, auf den der Angeklagte stolz sein kann. Denn die Urteilsbegründung des Vorsitzenden Richters klang über weite Strecken wie die Begründung für einen Schuldspruch.
Es gibt keine Freisprüche zweiter oder gar dritter Klasse. Das der Richter eine unangemeßene Urteilsbegründung abgibt, spiegelt möglicherweise seine persönliche Überzeugung wieder, ist aber für die Justiz ein Schaden. Das Alice Schwarzer das Urteil für drittklassig hält, spiegelt nur ihre persönliche Meinung wieder und drückt ihr großes Missfallen über den Ausgang dieses Prozeßes aus. Weiterlesen: http://aristo.excusado.net/comments.php?y=11&m=06&entry=entry110602-225051
3.6.„Revision ein Zeichen der Unbelehrbarkeit“…
Frommel:Auf nahezu null. Eine Revision wäre erneut ein Zeichen der Unbelehrbarkeit.
Prof. Dr. Monika Frommel
3.6. Berufung gegen Kachelmann-Freispruch
Wetter-Guru war vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden.
Der spektakuläre Prozess um Wetter-Moderator Jörg Kachelmann (52) ist noch nicht ganz zu Ende. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen den Freispruch Revision eingelegt. Die Staatsanwaltschaft gehe in Berufung um eine vollständige schriftliche Urteilsbegründung zu erhalten. Der formale Beschluss dazu stehe aber noch aus, hieß es weiter. Das Gericht hat dann rund vier Monate Zeit, um die Urteilsbegründung zu liefern.
Kachelmann war am Dienstag vom Vorwurf der Vergewaltigung seiner Ex-Freundin aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Die Indizien reichten für die Richter nicht aus, um den Schweizer zu verurteilen.
Der Bundesgerichtshof muss das Urteil jetzt überprüfen. http://www.oe24.at/welt/Berufung-gegen-Kachelmann-Freispruch/30120468
3.6. Staatsanwaltschaft will Revision im Fall Kachelmann
Endloses Verfahren: Nach dem Freispruch für Jörg Kachelmanns aus Mangel an Beweisen will die Staatsanwaltschaft offenbar das gesamte Verfahren überprüfen lassen. http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13410519/Staatsanwaltschaft-will-Revision-im-Fall-Kachelmann.html
Nach 43 Verhandlungstagen fiel dasUrteil über Jörg Kachelmannschnell. Drei Berufsrichter (zwei Männer, eine Frau) und zwei Schöffen (zwei Männer) waren imLandgericht Mannheim zusammengekommen, um endgültig über Schuld oder Unschuld des Wettermoderators zu entscheiden. Und wie BILD am SONNTAG erfuhr, mussten die Richter nicht lange diskutieren: Einstimmig, mit 5 zu 0 Stimmen, entschieden sie, Jörg Kachelmann (53) freizusprechen. http://www.bild.de/news/inland/joerg-kachelmann/siegte-5-zu-0-18225618.bild.html
Anmerkung: Woher weiss die BamS das, wenn nicht aus Staatsanwalts-oder Gerichtskreisen?
5.6 Kachelmann-Prozess: Freispruch und medienrechtliche Nachlese
Jörg Kachelmann ist vom Vorwurf der Vergewaltigung in erster Instanz freigesprochen worden. Der Fall hatte monatelang nicht nur die Öffentlichkeit und Strafjustiz bewegt, sondern auch das Medienrecht: Kaum ein Prozess in Deutschland war zuvor dem Spiel der Medien so ausgeliefert gewesen. Dies spiegelte sich auch in der mündlichen Urteilsbegegründung des Landgerichts Mannheim: Die Kammer beklagte, dass „im Internet die Persönlichkeitsrechte des Angeklagten, der Nebenklägerin, aber auch des Gerichts und der Verfahrensbeteiligten immer wieder mit Füßen getreten” worden seien. Kritisch sehen diese Aussage Kommentatoren im Beck-Blog und bei Internet-Law: Gerade die Medienstrategie von Staatsanwaltschaft und Gericht sei verfehlt gewesen und habe den Schaden erst (mit-) angerichtet. Politiker debattieren nun darüber, ob die Prozessberichterstattung besser kontrolliert werden muss.
AFP-Meldung zur Debatte über Rolle der Medien im Kachelmann-Prozess.
5.6. Kontroverse Diskussion zum Fall Kachelmann
Ausnahmsweise und auf Empfehlung eines Users habe ich mir auch die Sendung “Hart aber fair” zum Fall Kachelmann angeschaut.
Ein weiterer interessanter Punkt war die Erwähnung der Hochzeit (25:40 min.) Ursula Schele fand es erstaunlich, das man sich in dieser Runde so viele Gedanken um Jörg Kachelmann machen und wie schlecht es ihm gehen würde. Sie habe in den Medien gelesen, das Herr Kachelmann geheiratet hätte und zwar eine junge Frau, die vom Alter her ihre Tochter sein könne, weswegen sie regerecht schockiert war. Daraufhin fragte Ralf Höcker, was das eine mit dem anderen zu tun habe und wieso Frau Schele so schockiert über die Hochzeit wäre. Sie sei schockiert über die Tatsache, das da jemand mehrere Geliebte gleichzeitig habe, diesen Ehe, Kinder nebst Haus und Hof versprochen habe und das dürfe nun mal nicht sein. Ralf Höcker konerte, das habe sie wohl von Frau Schwarzer übernommen und da dieses eine unwahre Behauptung wäre, sei gegen sie ene einstweilige Verfügung beantragt worden, da Herr Kachelmann eben nicht mehreren Frauen solche Versprehen gegeben habe. http://femokratie.com/kontroverse-dis%C2%ADkussion-kachelmann/06-2011/#more-21122
5.6. Mit dem vorläufigen Freispruch für Jörg Kachelmann sitzen Fotografen und Agenturen auf teuer erwirtschafteten Bildern, die sie allenfalls nach einem Revisionsverfahren verwerten können. Während des Prozesses wurde die Publikation von seinen Anwälten umgehend und erfolgreich verhindert. Nun werden die “bösen Medien” beschuldigt, über Monate dem Freigesprochenen nachgestellt zu haben. Doch die Geschichte wird eine Fortsetzungen finden, mit einer Dokumentation, einem Spielfilm und einem Making -of. http://www.fotointern.ch/archiv/2011/06/05/fehlinvestitionen-in-kachelmann-nzz-die-dritten-und-wieder-einmal-femina/
Pressemitteilung im Verfahren gegen J. Kachelmann
Datum: 06.06.2011
Kurzbeschreibung:
Revision der Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat heute Revision gegen das Urteil der 5. Großen Strafkammer vom 31. Mai 2011 eingelegt. Auf die Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Mannheim vom heutigen Tag wird verwiesen.
Die Revision ist nach Absetzung der schriftlichen Urteilsgründe binnen eines Monats nach Zustellung der Urteilsgründe schriftlich zu begründen. Über die Revision hat der Bundesgerichtshof zu entscheiden.
Die Urteilsabsetzungsfrist beträgt vom Tage der Urteilsverkündung an gerechnet rund 3 ½ Monate.
Dr. Hirsch
Richter am Landgericht (stellvertretender Pressereferent)
6.6. „Demnach sollen sowohl Thomas Franz, Anwalt von Kachelmanns Ex-Geliebten, als auch die Staatsanwaltschaft dem Gericht angesichts der mangelnden Beweise signalisiert haben, dass sie im Fall des Freispruchs nicht in Revision gehen würden. Im Gegenzug soll das Gericht angekündigt haben, in der Urteilsbegründung eine Abrechnung mit Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn, aber auch mit dem Wettermoderator vorzunehmen, um diesem die Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche zu erschweren. In der Tat hatte der Richter scharfe Kritik an Kachelmanns Top-Verteidiger Schwenn für dessen Verhalten im Prozess geübt und ihm “mangelnden Respekt” gegenüber allen Beteiligten vorgehalten.“
Dann aber muss etwas geschehen sein, womit niemand gerechnet hatte. Kaum war der Prozess zu Ende, soll es im Nebenraum des Gerichts zu einem heftigen Streit zwischen Kachelmanns Ex-Freundin und ihrem Verteidiger gekommen sein. Dabei soll die Frau nach Ohrenzeugenberichten darauf gedrängt haben, doch in Revision zu gehen. Insider vermuten, dass es in der Folge zu Gesprächen zwischen Anwalt Franz und der Staatsanwaltschaft über das weitere Vorgehen kam und die Ermittler in Zugzwang gerieten. Weiterlesen: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.kachelmann-prozess-verfahren-geht-in-die-verlaengerung.8b2cd6ab-82ca-4bcb-b48b-e0d6cd51f44d.html
6.6. Nach Kachelmann werden noch mehr Frauen schweigen…
Eine Vielzahl von Gutachtern, die Schwächen suchen, ein rauflustiger Verteidiger, der nach allen Richtungen keilt, um von seinem Mandanten abzulenken, und dazu die Verfolger am Internet-Pranger, die brutal die Privatsphäre der Nebenklägerin verletzen und verantwortungslos gegen sie hetzen, sind ein Szenario, das auch nervenstarke und selbstbewusste Frauen von einer Anzeige abhalten kann…. Wie in vielen Vergewaltigungsprozessen geht es ihnen darum, die Glaubwürdigkeit der Hauptzeugin zu erschüttern. Deswegen denken viele Opfer: Die Vergewaltigung war schon schlimm. Soll ich mich auch noch der Tortur einer Gerichtsverhandlung aussetzen?
Bisher gehen nur fünf Prozent zur Polizei. Nach dem Fall Kachelmann könnten es noch weniger werden.
Helmut Markwort…Tagebuch des Herausgebers http://www.focus.de/magazin/tagebuch/tagebuch-des-herausgebers-nach-kachelmann-werden-noch-mehr-frauen-schweigen_aid_634083.html
Anmerkung: Typisch Markworth, alles nachzubeten was Frau Riekel vortanzt….siehe Gastkommentar von ihr beim Focus: Gastkommentar zum Kachelmann-Urteil :Werden Frauen künftig schweigen?…
6.6. Die Staatsanwaltschaft hat sich entschlossen, im Fall Kachelmann Revision einzulegen. Der Moderator war vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-06/kachelmann-revision-justiz
6.6. Kachelmann: Prozess geht weiter
Im Prozess um den Schweizer Wettermoderator Jörg Kachelmann ist kein Ende in Sicht. Letzte Woche sprach das Gericht in Mannheim Kachelmann frei, heute hat die zuständige Staatsanwaltschaft Mannheim Revision gegen den Freispruch eingelegt. http://www.videoportal.sf.tv/video?id=1d27cb9d-3d92-473a-9f74-9d4c429f53ca
6.6. Der Fall Kachelmann und die Medien
Im Zweifel für den Angeklagten. An diesen zentralen Grundsatz unseres Strafprozessrechts ist die deutsche Justiz gebunden. Was aber gilt für die Medien? Nicht selten ist ihr Urteil verkündet, lange bevor der Prozess begonnen hat, und im Unterschied zum Richterspruch lassen sich seine Folgen nicht etwa im Wege der Revision ungeschehen machen. Das Medienurteil ist im Bewusstsein der interessierten Öffentlichkeit verhaftet und hinterlässt dort seine Spuren.
Die Stimmung der Medien beeinflusst aber nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch das Strafverfahren selbst. Weder Richter und Staatsanwälte, noch die Verteidiger sind einfach nur Organe der Rechtspflege, wie das Gesetz es vorsieht, sondern sie sind Menschen in schwarzer Robe, an denen öffentliche Kritik nicht einfach abprallt. Unter noch stärkerem Medieneinfluss stehen die Zeugen, für die eine Gerichtsverhandlung in aller Regel nicht zur täglichen Routine gehört. Wie sehr die Medien einen Strafprozess und sein Ergebnis beeinflussen können, ist inzwischen durch eine Untersuchung der Universität Mainz empirisch belegt.
Diese Probleme der Gerichtsberichterstattung sind in der jüngeren Vergangenheit selten so deutlich zu Tage getreten wie im Fall Kachelmann. Der Fall ist nicht einfach ein Prozess, in dem es um den Vorwurf der Vergewaltigung geht, er ist ein Medienspektakel, bei dem das Mannheimer Landgericht nur noch ein Nebenschauplatz zu sein scheint. Ermittlungsakten, Zeugenaussagen und Gutachten werden veröffentlicht und interpretiert, lange bevor sie vor Gericht zur Sprache kommen.
Was richtet der Journalismus an, was richtet er aus? Und wo liegen seine rechtlichen Grenzen bei der Berichterstattung über Gerichtsverfahren? Über dieses Thema möchten wir mit Ihnen und unseren Experten aus Wissenschaft, Justiz und Medienpraxis im Rahmen unseres 11. Mainzer Mediengesprächs diskutieren. Hierzu sind Sie herzlich eingeladen! http://www.mainzer-medieninstitut.de/veranstaltungen/dokumente/11_Mainzer_Mediengespraech.pdf
Anmerkung: Hoffentlich haben die Schnittchen, gesponsert von der Spardabank gemundet! Denn über das “Gespräch” wurde in der Presse nichts bekannt, da kann man suchen , soviel man will!
7.6. Mit dem Freispruch von Jörg Kachelmann möchte sich die Mannheimer Staatsanwaltschaft nicht zufrieden geben. Wie bereits letzte Woche durchgesickert war, hat die Behörde nun tatsächlich Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Mit der Revision möchte die Staatsanwaltschaft an eine ausführliche, schriftliche Urteilsbegründung gelangen.
Ob das Urteil nun allerdings wirklich vom Bundesgerichtshof überprüft werden muss, ist damit noch nicht sicher. “Die Einlegung der Revision dient zunächst dazu, nach Zustellung des Urteils eine ausführliche Prüfung seiner schriftlichen Begründung zu ermöglichen”, heißt es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Mannheim. Die Staatsanwälte werden in der Begründung, die innerhalb von drei Monaten von Richterin Daniela Bültmann formuliert werden muss, nach Verfahrensfehlern suchen und unter anderem überprüfen, ob die Beweisführung stichhaltig war. Frühestens im Oktober kann dann durch Staatsanwaltschaft Lars-Torbe Oltrogge und Oberstaatsanwalt Oskar Gattner entschieden werden, ob der Fall vor einem höheren Gericht behandelt wird. http://www.gala.de/stars/news/148665/Joerg-Kachelmann-Revision-gegen-Kachelmann-Freispruch.html
7.6.Ein Freispruch ist ein Freispruch
Der zuständige Gerichtspräsident betonte, der Angeklagte und die Nebenklägerin würden mit einem nie mehr aus der Welt zu schaffenden Verdacht, ihn als potentiellen Vergewaltiger, sie als potentiell rachsüchtige Lügnerin, aus dem Gerichtssaal entlassen. Das tönt so, als sei Kachelmann gar nicht wirklich freigesprochen worden. Sowohl das deutsche wie das schweizerische Strafrecht kennt indessen nur die Alternative Schuldspruch oder Freispruch. Es gibt keinen halben Freispruch. Wer „in dubio pro reo“ freigesprochen wird, ist genauso freigesprochen, wie, wer auf Grund eines strikten Beweises als unschuldig gilt. Auf Grund der Unschuldsvermutung liegt die Beweislast beim Staat, und kann der den Nachweis einer Straftat nicht erbringen, ist ein Freispruch unabdingbar. Deshalb ist auch die Bemerkung von Alice Schwarzer völlig daneben, auf diesen Freispruch könne sich Kachelmann nichts einbilden. Sie erweckt nicht nur damit den Eindruck, eigentlich plädiere sie in solchen Verfahren für eine Umkehr der Beweislast. http://www.vimentis.ch/d/dialog/readarticle/ein-freispruch-ist-ein-freispruch/
7.6. RTL Bibelclip ‘Kachelmann-Prozess’
Gott deckt die Absichten der Herzen auf! Urheber die katholische Kirche! http://www2.evangelisch.de/artesia/rtl-bibelclip-kachelmann-prozess
Anmerkung: Wie bitte? Ausgerechnet die Katholischen?
7.6. Sonnengrüße von der Tanja May
Jörg Kachelmann hat heute Mittag über Twitter ein Dokument veröffentlicht, das einen interessanten Einblick in die journalistischen Methoden des Burda-Verlages bietet. Es ist nach seinen Angaben eine Nachricht, die die »Bunte«-Chefreporterin Tanja May zusammen mit einem großen Blumenstrauß an eine Zeugin verschickt hat. Darin bat sie die Zeugin darum, sie doch noch vor ihrer Aussage vor Gericht zu treffen.
Leider ist das Foto auf Twitpic jetzt gelöscht worden. Von wem oder warum, weiß ich nicht, jedenfalls nach Kachelmanns Angaben nicht von ihm selbst .http://www.stefan-niggemeier.de/blog/sonnengruesse-von-der-tanja-may/
7.6. Kachelmann – vorverurteilt durch die Medien?
Selten war das mediale Interesse an einem Prozess so groß, selten gab es so viele unterschiedliche Meinungen. Vorverurteilt durch die Medien – ein Skandal? http://www.do1.tv/2011/06/07/kachelmann-vorverurteilt-durch-die-medien/
7.6. «Als Quotenzugpferd wäre Kachelmann interessant für Sender wie RTL»
Ein prominenter deutscher Medienpsychologe, Jo Groebel, erachtet ein TV-Comeback als möglich, wie er dem «Kurier» sagte, «weil Kachelmann die Öffentlichkeit braucht» – «vielleicht als Moderator einer Talkshow über persönliche Schicksalsschläge und grosse Dramen». Für eine solche Sendung sei Kachelmann geradezu prädestiniert.
«Die Chance ist da, dass Kachelmann nach einiger Zeit wieder im Fernsehen auftreten darf», sagt Knill. Ein TV-Comeback sei allerdings nur möglich, wenn das Verfahren in Mannheim abgeschlossen ist und nicht neu aufgerollt wird.
Laut Knill hat Kachelmann einen Promi- und Bekanntheitsstatus, der durch den international stark beachteten Prozess zusätzlich verstärkt wurde. Dieser Status sei ein Kapital, das Kachelmann nutzen könnte, um zum Beispiel ein Buch über seine Geschichte zu schreiben. Oder er könnte wieder als Moderator für das Fernsehen arbeiten. «Als Quotenzugpferd wäre Kachelmann interessant für deutsche Privatsender wie RTL», sagt Knill. http://www.derbund.ch/panorama/leute/Als-Quotenzugpferd-waere-Kachelmann-interessant-fuer-Sender-wie-RTL-/story/26447576?track
8.6.Das Gericht hat Jörg Kachelmann freigesprochen – einige Medien offenbar nicht. Kachelmann wird zu Hause belästigt. Zudem kam jetzt ein Telegramm zum Vorschein, das Fragen aufwirft. Hier das Telegramm und Hintergründe.http://www.hegau-frau.de/index.php?article=2864&category=Hegau&NewsID=9202660
8.6. Nächste Runde
Der Streit zwischen Jörg Kachelmann und einigen großen Medienhäusern nimmt kein Ende: Der “Burda”-Verlag geht nun gerichtlich gegen Johann Schwenn, den Anwalt des Wettermoderators, vor. Der Vorwurf: Diffamierung.
Schwenn hatte nach dem Freispruch Kachelmanns vergangene Woche in der Talkshow Markus Lanz erklärt, Welte habe “jeden deutschen Chefredakteur von Bedeutung angerufen und versucht, ihn für eine negative Berichterstattung gegen Kachelmann zu gewinnen.” Schwenn sagte auf Anfrage, er “freue sich auf Weltes Glaubhaftmachung”. http://www.sueddeutsche.de/medien/fall-kachelmann-naechste-runde-1.1106618
9.6. KACHELMANN-INTERVIEW”Mich erpresst niemand mehr”
Jörg Kachelmann redet zum ersten Mal seit seinem Freispruch über sein Frauenbild, über wahre und falsche Freunde – und darüber, warum er heute Knastbrüdern mehr vertraut als Polizeibeamten.
Verhalten lächelnd tritt Jörg Kachelmann vor die Tür des kleinen Hauses, das er für ein paar Monate gemietet hat. »Sind Sie endlich angekommen?«, fragt er. Es war nicht ganz einfach, ihn zu finden in diesem Dorf im Ausland, wo er sich vor den Fernseh- und Fotokameras deutscher Reporter versteckt. Vor wenigen Tagen hat ihn das Landgericht Mannheim nach 43 Verhandlungstagen vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Der Prozess ist zwar noch immer nicht ganz zu Ende, weil die Staatsanwaltschaft Revision gegen das Urteil eingelegt hat. Aber der 52 Jahre alte Kachelmann, der früher im Fernsehen das Wetter ansagte, ist wieder ein freier Mensch. Er bleibt auf der obersten Treppenstufe vor der Haustür stehen, so als wüsste er nicht, ob er die Besucher wirklich hereinbitten soll.
Ein kühler Wind weht ihm entgegen, über den Weiden und Wäldern rund um das Dorf liegt eine geschlossene Decke aus grauen Wolken. Weiterlesen : Seite 1-6 http://www.zeit.de/2011/24/DOS-Interview-Kachelmann/seite-1
9.6. Kachelmann will Seegrundstück in Kanada verkaufen
Hamburg – Der von der Anklage der Vergewaltigung freigesprochene Wettermoderator Jörg Kachelmann will sein Seegrundstück in Kanada verkaufen. Es solle 1,4 Millionen kanadische Dollar kosten, sagte Kachelmann der “Zeit” in seinem ersten Interview nach dem Freispruch.http://newsburger.de/kachelmann-will-seegrundstueck-in-kanada-verkaufen-21357.html
9.6. Im Prozess hat Jörg Kachelmann beharrlich geschwiegen. Nach seinem Freispruch meldet er sich jetzt zu Wort. In einem Interview mit der «Zeit» erläutert er seine Motive – und macht seinem Zorn Luft.
9.6. All die Behauptungen über seine sogenannten Grenzerkundungen und Grenzüberschreitungen müssten aus der Welt geschafft werden. „Zivil- und strafrechtlich werde ich versuchen, alle Leute zu belangen, die das behauptet haben.“
Kachelmann kündigte zudem an, seine Erfahrungen aus dem Prozess in einem Buch aufzuarbeiten. „Es soll den Titel Mannheim tragen, Mannheim als Sinnbild des Elends.“ http://www.fr-online.de/panorama/kachelmann–es-gab-keine-gewalt-in-meinem-leben-,1472782,8541070.html
9.6.Der deutsche Wettermoderator kündigte an, seine Erfahrungen aus dem Prozess in einem Buch aufzuarbeiten. Kachelmann will nach seinem Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung um seine völlige Rehabilitierung kämpfen. http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/2761960/kachelmann-gab-keine-gewalt-meinem-leben.story
9.6. „Zivil- und strafrechtlich werde ich versuchen, alle Leute zu belangen, die das behauptet haben.“
Im Internet seien die Vorwürfe dokumentiert, sagte Kachelmann. „Alles, was deutschen, schweizerischen und amerikanischen Anwälten einfällt, möchte ich in die Schlacht werfen.“ Er werde aber nicht aus Deutschland fliehen, obwohl er diesen Rat häufig höre. „Aber resignieren und auswandern, so weit bin ich noch nicht. Ich will was unternehmen.“… http://www.focus.de/panorama/welt/kachelmann-es-gab-keine-gewalt-in-meinem-leben_aid_635531.html
9.6. Kachelmann kämpft um seine Ehre
Im Prozess hat Jörg Kachelmann fast neun Monate lang beharrlich geschwiegen. Doch nach seinem Freispruch kündigt er nun einen umfassenden juristischen Gegenschlag an. Die Staatsanwaltschaft reagiert gelassen. http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/es-gab-keine-gewalt-kachelmann-kaempft-um-seine-ehre/4272292.html
9.6. Kachelmann-Porträt: Kampfansage eines freien Mannes
Zornig und traurig mache ihn, dass der Prozess auch andere Menschen in seinem Umfeld belaste. „Meine Frau steht jetzt unter dem Generalverdacht, nicht nur jung, sondern auch blöd zu sein. Die Leute blicken Miriam an und sagen sich: die Arme.“
Die Wahrheit sei, dass er ohne ihre Intelligenz und ihre Entschlossenheit den Prozess nicht durchgestanden hätte. „Und dann gucken sie schnell, ob an ihrer Kehle ein Abdruck von einem Hundehalsband zu erkennen ist – weil in einigen Blättern ja stand, ich stünde auf Sado-Maso-Praktiken.“
Auch für seine über 80 Jahre alte Mutter sei es schwer, ebenso wie für seine acht und elf Jahre alten Söhne. „Die Kinder wurden in die ganze Sache hineingezogen, das war furchtbar.“ http://www.wz-newsline.de/home/gesellschaft/leute/kachelmann-portraet-kampfansage-eines-freien-mannes-1.681651
13.6. Mich erpresst niemand mehr!
ZEIT: Angenommen, Sie könnten die Zeit zurückdrehen und hätten jetzt die Gelegenheit, mit dem Psychiater über sich zu sprechen: Würden Sie es tun?
Kachelmann: Nein. Warum sollte ich mit einem Gerichtspsychiater sprechen? Ich habe keinen Sprung in der Schüssel. Viel interessanter wäre doch, zu erfahren, was psychologisch in der Frau vorging, die mich einer Tat beschuldigt, die ich nicht begangen habe. Die Nebenklägerin soll ja nach dem Urteil in einem Nebenraum des Gerichts erheblich randaliert haben. Sie soll ins Mobiliar getreten und ihren Anwalt angebrüllt haben: »Sie feige Sau!« Worauf ihr Anwalt nur wenig leiser zurückgab: »Erzählen Sie keinen Scheiß, Frau D., haben Sie nicht zugehört?«
ZEIT: Woher wissen Sie das?
Kachelmann: Dafür gab es Zeugen. http://www.zeit.de/2011/24/DOS-Interview-Kachelmann
14.6. Offener Brief
Jörg Kachelmann muss wieder das Wetter in der ARD moderieren
Jörg Kachelmann wurde vor 14 Tagen vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Nun ist es an der Zeit, Herrn Kachelmann auch zu rehabilitieren. Antifeminismus Weltweit – Sektion Deutschland – fordert die ARD auf, Herrn Kachelmann wieder die Moderation von „Das Wetter im Ersten“ zu übertragen. http://www.antifeminism-worldwide.org/?p=432&de
15.6. Jörg Kachelmann Jetzt redet sie!
. Claudia D. (38), die langjährige Freundin von Kachelmann, die ihn bei der Polizei wegen Vergewaltigung anzeigte, hat 16 Monate lang geschwiegen. Bis jetzt! In BUNTE spricht sie zum ersten Mal über ihre Gefühle nach dem Freispruch und ihr Leben, das sich in einen Albtraum verwandelt hat. Bunte 25/2011
Anmerkung: Nicht nur bei der Staatsanwaltschaft, der Polizei oder dem Gericht hat sie gelogen. Nein, für eine 6-stellige Summe auch bei der Bunten!
Dazu passt:
09.11.2011 Kachelmann siegt gegen vorgebliches Opfer: LG Köln verurteilt die Nebenklägerin Claudia D., die öffentliche Wiederholung von Beschuldigungen zu unterlassen.
Gegenstand des Verfahrens gegen Claudia D. war ein Interview, das das angebliche Opfer gegen ein erhebliches Honorar in der Zeitschrift BUNTE vom 16.06.2011 gegeben hatte. Darin beschuldigte sie den gerade freigesprochenen Jörg Kachelmann erneut ganz massiv. Weiterlesen bei: http://www.hoecker.eu/mitteilungen/artikel.htm?id=189
16.6.Ein lächerlicher Wahnsinn
Was ging in Ihnen vor, als Sie das rosarote Blatt gelesen hatten?
Ich fing nicht an zu weinen oder auszurufen. Hier begannen übrigens schon die Lügen der Polizei. Zuerst sagten die Polizisten, ich sei bei der Verhaftung komplett überrascht und schockiert gewesen. Dann merkten sie wohl, dass das die falsche Botschaft sein könnte, und logen dann zunächst bis auf einen übereinstimmend vor Gericht, ich sei komplett cool und relaxed gewesen. In Wirklichkeit war ich geschockt. Ich habe später aus verschiedenen Quellen gelernt, dass es zumindest im Bereich der Polizeidirektion Heidelberg nicht unüblich ist, dass Polizisten vor Gericht lügen.Weiterlesen Weltwoche 24/2011
16.6. Nach dem Prozess die Schlammschlacht
Der Prozess gegen Jörg Kachelmann ist vorbei – nun duellieren sich der Wettermoderator und seine Ex-Geliebte über die Medien. http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/joerg-kachelmann-nach-dem-prozess-die-schlammschlacht-13183.html
16.6. Aus der Berichterstattung der BILD-Zeitung im Fall Kachelmann erhebt sich seit dieser Woche der schwerwiegende Verdacht gegen die Richter und Schöffen der 5. Strafkammer am Landgericht Mannheim, sie könnten die Presse mit geschützten Informationen zum Prozess gegen Jörg Kachelmann versorgt haben. Doch damit nicht genug: Die mit dem Verfahren ohnehin befasste Staatsanwaltschaft hätte zwingend dagegen einschreiten müssen – und hat davon aber offenbar abgesehen.
Bereits in ihrer Ausgabe vom 5. Juni schrieb die Bild am Sonntag:
“Nach 43 Verhandlungstagen fiel das Urteil über Jörg Kachelmann schnell. Drei Berufsrichter (zwei Männer, eine Frau) und zwei Schöffen (zwei Männer) waren im Landgericht Mannheim zusammengekommen, um endgültig über Schuld oder Unschuld des Wettermoderators zu entscheiden. Und wie BILD am SONNTAG erfuhr, mussten die Richter nicht lange diskutieren: Einstimmig, mit 5 zu 0 Stimmen, entschieden sie, Jörg Kachelmann (53) freizusprechen.“
Die Nachricht musste jeden Experten erstaunen, alle voran diejenigen der Staatsanwaltschaft Mannheim. Der Hergang der internen Abstimmung ist nach § 43 des Richtergesetzes geheim zu halten, Verstöße dagegen müssen von Amts wegen disziplinarisch und strafrechtlich verfolgt werden.
Offenbar schritt niemand gegen die kompromittierende Berichterstattung ein
Dazu hätte der Landgerichtspräsident in Mannheim die Richter der 5. Strafkammer in disziplinarischen Vor-Ermittlungen aktenkundig vernehmen müssen. Die Staatsanwaltschaft hätte im Wege von eigenen Vorermittlungen prüfen müssen, ob sich die Richter oder aber die Journalisten (falls die Meldung frei erfunden gewesen wäre) strafbar gemacht haben könnten.
Auch wenn den Redakteuren der Bild am Sonntag am Ende das gesetzliche Auskunftsverweigerungsrecht des Journalisten zur Seite steht, wären sie gleichwohl zu befragen gewesen, von wem sie die angebliche Information erhalten haben wollen.
Spätestens im Zuge der Ermittler-Kontakte hätten daher Chefs der Bild-Redaktionen erkannt, dass ihre Blätter sich einem Unterlassungsanspruch der Mannheimer Justiz aussetzen, wenn sie weiterhin schreiben, dass sie über Kenntnisse aus den richterlichen Beratungen verfügen.
Insofern überrascht es, dass – zehn Tage nach der Bild am Sonntag – am gestrigen 15. Juni diesmal die Bild-Zeitung erneut berichtete:
“Kachelmann [...] ist schließlich mit 5:0 Stimmen freigesprochen worden.”
Die einzig plausible Erklärung für die Übernahme der Berichterstattung von Bild am Sonntag durch die Bild-Zeitung ist: Es gab wegen der Verletzung des richterlichen Beratungsgeheimnisses seit dem 5. Juni 2011 weder von der Staatsanwaltschaft Mannheim noch vom Landgericht Mannheim irgendeine Intervention bei den betreffenden Redaktionen, obwohl sie aus straf- und dienstrechtlichen Gründen zwingend zu erfolgen hatte.
Warum ist sie dennoch nicht erfolgt?
Eine Urteilsbegründung, die hätte aufhorchen lassen müssen
Dass gesetzlich geschützte Informationen an die Presse lanciert worden sind, ist seit längerem bekannt. Unklar war nur, von wem.
Nunmehr scheint sich zu offenbaren, dass die Staatsanwaltschaft Mannheim die Große Strafkammer als mögliche undichte Stelle willkürlich ausgeklammert hat, obwohl der einzige ohne weiteres ermittlungsfähige Ansatz auf ein “Leak” in dem von Michael Seidling geleiteten Richterkollegium hinweist Ganzer Beitrag: http://reg4tel.net/2011/06/16/ermittlungen-gegen-kachelmann-anklager/
Anmerkung: Dieses “Loch” wurde nie untersucht und die Mannheimer schweigen bis heute eisern darüber! tja, die Krähen…. das erinnert doch stark an den angeblichen Anruf aus dem OLG Karlsruhe an Seidler, dem auch kein Behörde nachgegangen ist!
16.6. Blitz und Donner!Jetzt bekriegen sich Kachelmann und seine Ex
Vor Gericht schwiegen sie: Radiomoderatorin Claudia D. und Wettermoderator Jörg Kachelmann. Das Reden überliessen sie ihren Anwälten. Doch jetzt, mehr als zwei Wochen nach dem Urteil über Kachelmann, brechen bei den beiden Hauptprotagonisten alle Dämme.
Während sich Jörg Kachelmann letzte Woche in einem grossen «Zeit»-Interview erstmals äusserte, schwieg Claudia D. – bis heute. Der Zeitschrift «Bunte» erzählt sie nun in einem langen Interview ihre Sicht der Dinge. Auch Kachelmann doppelt nach: In einem Interview mit der «Weltwoche» schiesst er aus allen Rohren.
Beide halten nach wie vor an ihrer Version fest – daran änderte auch das Urteil des Gerichts nichts. http://www.blick.ch/news/ausland/jetzt-bekriegen-sich-kachelmann-und-seine-ex-id78040.html
17.6.
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| Die Diskussion über das 10-seitige Kachelmann-Interview in der aktuellen Weltwoche gehen weiter. Darf man das? Interviewer Roger Köppel, der gleichzeitig als Verleger und Chefredaktor des Blattes amtet, nimmt gegenüber “persoenlich.com” Stellung:Herr Köppel, Ihr 10-seitiges Interview mit Jörg Kachelmann sorgt für einiges Aufsehen. Haben Sie Kachelmann und seiner Sichtweise in Ihrem Blatt nicht zu viel Platz eingeräumt? - Nein. Der breit abgehandelte Fall Kachelmann hat meines Erachtens Züge eines Justizskandals. Trotz schwerwiegenden Ungereimtheiten in der Aussage der Anklägerin wurde Kachelmann der Prozess gemacht. Die Staatsanwälte sind mit nachweislich falschen, vorverurteilenden Aussagen an die Öffentlichkeit gegangen. Die Klägerin kommt trotz Falschaussagen davon. Auch nach Meinung unseres Gerichtsreporters Alex Baur hätte nie ein Verfahren eröffnet werden dürfen. Der Fall Kachelmann zeigt: Im Sexualstrafrecht ist der Rechtsstaat für den Mann teilweise ausser Kraft. Dieses relevante Thema wollte ich nach vorne bringen. Die Weltwoche ist bekannt für ihre kritische Sicht, auch und gerade in Fragen der Justiz.Kachelmann wirkt in Ihrem Interview sehr verbittert. Hatten Sie auch diesen Eindruck? - Diesen Eindruck hatte ich nicht. Kachelmann musste während Monaten hilflos mitansehen, wie nicht nur die Justiz, sondern auch zahlreiche Medien Spekulationen und Wertungen über seinen Charakter verbreiteten, obschon er nicht wegen seiner früheren Beziehungen, sondern wegen einer angeblichen Straftat vor Gericht sass.. Das Ausmass an Moralismus und Heuchelei war zeitweise nicht mehr zu überbieten. Ich war selber erstaunt, wer sich da alles zu Wort meldete. Hat man eigentlich auch seine Kindergartenkollegen und die Haustiere seiner Nachbarn interviewt? Ich finde es nachvollziehbar, dass Kachelmann, der bisher fast nichts sagte, eine paar Dinge zurechtrücken wollte. http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=95911 |
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17.6.Kloaken – Journalismus
Natürlich handelt es sich hier um eine Weltverschwörung, in die nicht nur eine ausserhalb des Gesetzes agierende Justiz und kriminelle Frauen, sondern auch «Schmierenschreiber» in «Elendsprodukten» verwickelt seien, ein Buchautor schreibe nur «Unsinn», die Medien insgesamt haben «versagt», sich als «obrigkeitshörige Speichellecker einer durchgeknallten Staatsanwaltschaft verstanden». Auch namentlich nimmt sich der traumatisierte Wüterich ehemalige Kollegen zur Brust. Roger Schawinski sei ein «Wichtigtuer», Peter Rothenbühler habe ein «lügenhaftes Fantasieprodukt» in die SI gestellt, unterstützt von deren Chefredaktor Nik Niethammer, bei dem «Faktentreue noch nie seine Stärke war». Alice Schwarzer gar habe sich «zur Schutzheiligen einer Kriminellen erklärt».
(..) Ich hätte nie gedacht, dass Papier dermassen stinken kann, ohne dass man sich vorher den Hintern damit abgewischt hat. http://blog.persoenlich.com/?p=2841
Anmerkung: Rene Zeyer ehemaliger Berater für Banken und Finanzdienstleister(unter anderen Jobs)- der sich dann flugs als Sprecher von Geschädigten des Konkurses der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers. Aufgeschwungen hat. Zuerst verkaufen und dann sich als “Retter” aufspielen.
18.6. “Die meisten Blogs haben deutlich korrekter berichtet”
Jörg Kachelmann kritisiert in einem “Weltwoche”-Interview alte Weggefährten und die Berichterstattung von Journalisten. Dagegen formiert sich Widerstand.Die heftige Kritik an den Medien und den Journalisten setzt sich auch im zweiten Interview fort. Köppel sagt Kachelmann, dass die Medien doch eigentlich gar keinen schlechten Job gemacht hätten. Während Burda und Springer “den zornigen Frauen eine Plattform” geboten hätten, seien Spiegel und Zeit auf seiner Seite gewesen.
Natürlich formiert sich dagegen Widerstand. Helmut-Maria Glogger will, dass Jörg Kachelmann seinen Mund hält (wir berichteten). Peter Rothenbühler glaubt, “pathologische Züge” bei Kachelmann zu erkennen. Er sei eine Art mit allen Mitteln in die Medien drängende “Nella Martinetti der Justiz”. Ein Leserkommentar bemerkt dazu nüchtern: “2 Interviews in 3 Wochen, dies nach dieser Medienschlacht, wer drängt da in die Medien?”
Und René Zeyer glaubt, dass Köppel seinen Interviewpartner vor sich selbst hätte schützen sollen (im Persönlich-Blog und im Journal 21) – und nennt Kachelmann in seinem Beitrag “Viertklass-Promi” und einen “offenkundig traumatisierten und gestörten Wetteransager”, der “Jauche auf ehemalige Weggefährten, Bettgespielinnen, die Justiz und die Medien” herabregnen lasse. Die Frage, wer hier wen vor was schützen muss, steht dabei ganz gross im Raum.
Ich habe einen anderen Eindruck von den beiden Interviews. Ich habe sie mit Interesse gelesen habe und freue mich, Kachelmanns Aussagen nicht oder kaum entschärft abgedruckt zu sehen. Es mag sein, dass er da und dort über das Ziel hinausschiesst, aber wer kann schon nachvollziehen, wie jemand zumute ist, der in den vergangenen Monaten erlebt hat, was Kachelmann erlebt hat?
Erfasst von Ronnie Grob am 18. Juni 2011
Anmerkung: Was hat die unsägliche Journaille eigentlich gedacht, dass Kachelmann ihn für die Demontage , für die Verleumdungen noch die Füsse küsst?
20.6. Kachelmann-Anwalt zieht Einspruch gegen Bußgeld zurück
Kachelmann-Anwalt Johann Schwenn verzichtet auf ein Verfahren in eigener Sache vor dem Amtsgericht Heidelberg. Der Anwalt habe seinen Einspruch gegen ein Bußgeld wegen zu schnellen Fahrens zurückgenommen, sagte eine Sprecherin des Amtsgerichts Heidelberg am Montag auf Anfrage.
Schwenn war im Frühjahr auf dem Weg nach Heidelberg geblitzt worden. Er soll 141 Kilometer schnell gefahren sein statt erlaubter 100 Kilometer.
Schwenn drohen laut Bußgeldkatalog ein Monat Fahrverbot, ein Bußgeld von 200 Euro und vier Punkte in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. Der Hamburger Anwalt hatte TV-Moderator Jörg Kachelmann in dem spektakulären Vergewaltigungsprozess verteidigt. Das Landgericht Mannheim hatte Kachelmann Ende Mai freigesprochen. http://www.stimme.de/suedwesten/nachrichten/vm/Verkehr-Justiz-Kachelmann-Anwalt-zieht-Einspruch-gegen-Bussgeld-zurueck;art19068,2168556
21.6. «Ein negatives Lehrstück deutscher Strafjustiz»
Also wurde Kachelmann in seinen Verfahrensrechten doch verletzt?
Nach meiner Rechtsüberzeugung sogar erheblich. Allein die institutionelle Unterlegenheit eines Angeschuldigten gegenüber dem strafverfolgenden Staat und dessen Machtmitteln bedeutet eine schwere Beeinträchtigung von Freiheitsrechten. Im Verlauf des Mannheimer Strafprozesses setzten gleich mehrere Institutionen den rechtsstaatlich garantierten Elementarschutz der Unschuldsvermutung mutwillig ausser Kraft. Und schliesslich wurde der Angeschuldigte nach schweren Indiskretionen und nach erheblicher Missachtung der Grenzen zulässiger Verdachtsberichterstattung durch eine medial provozierte, soziale Ächtung aus breiten Kreisen der Gesellschaft ausgestossen. Dieser allseits instrumentalisierte Medienprozess kann nur als negatives Lehrstück deutscher Strafjustiz bezeichnet werden.
Was meinten Sie zuvor mit dem Begriff «Lebensführungsschuld»?
Strafrechtliche Schuld ist grundsätzlich nur Rechtsschuld, nicht sittliche Schuld. Gegenstand eines Schuldvorwurfs ist immer ein Mangel an Rechtsgesinnung. Als Rechtsschuld muss sie vor dem Forum der staatlichen Gerichte in einem rechtlich geordneten Verfahren öffentlich festgestellt werden, während die sittliche Schuld nur das Forum des eigenen Gewissens kennt. Daher kann die strafrechtliche Schuld auch nur Einzeltatschuld sein, wohingegen bei der Lebensführungsschuld ein Schuldurteil gleich auf die Gesamtpersönlichkeit des Täters ausgedehnt würde. Es ist einem irdischen Strafrichter jedoch schlicht nicht möglich, ein Gesamturteil über einen Menschen zu fällen und dabei zwischen Schicksal und Schuld reinlich zu trennen. http://www.derbund.ch/ausland/europa/Ein-negatives-Lehrstueck-deutscher-Strafjustiz/story/20393467?track
27.6. Kachelmanns Meteomedia kündigt neue ARD-Projekte an
Die Firma des Moderators und der öffentliche-rechtliche Sender planen neue Projekte. Doch Kachelmann selbst wird in der ARD wohl nicht mehr vor der Kamera auftreten. Zudem fordert der Sender mehr Mitspracherecht bei seinem Auftragnehmer.Meteomedia, die Firma das Wettermoderators Jörg Kachelmann, hat neue Projekte mit der ARD angekündigt. Ob diese in Zukunft ohne Kachelmann abgewickelt werden, ließ ein Sprecher am Montag offen. Der “Tages-Anzeiger” aus Zürich berichtet online, die ARD wolle den Moderator “relativ elegant loswerden”. So sollten die Wettersendungen künftig nicht mehr am Meteomedia-Sitz in Gais in der Schweiz produziert werden, sondern direkt beim Sender in München. Eine Stellungnahme der ARD lag zunächst nicht vor. http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:kuenftige-kooperationen-kachelmanns-meteomedia-kuendigt-neue-ard-projekte-an/60070378.html
28.6.Das Medienspektakel geht weiter
„Kloaken-Journalismus“ nennt René Zeyer in einem Blog-Beitrag auf persoenlich.com das Kachelmann-Interview in der Weltwoche vom 16. Juni. Zeyer ist nicht der einzige, der sich über die Publikation des zehnseitigen Interviews auslässt, Roger Schawinski spricht in seiner Sendung Roger gegen Roger von „Agitation“ und Peter Rothenbühler von Edipresse fragt sich wer gegen Kachelmanns Beschimpfungen im Interview „zuerst klagen“ will.
In salopper Sprache vermutet Kachelmann in dem Interview eine Verschwörung der deutschen Justiz und der gesamten Medien. Dies mag zwar sehr provokativ sein und man kann von Kachelmann halten was man will, aber immerhin bietet das Interview ein Gegengewicht zu jenem Teil der Medien, die den Wetterunternehmer vorverurteilt hatten. Es bietet eine bisher fast unbeleuchtete Perspektive, nämlich die Perspektive der Hauptperson in diesem Prozess. Dass diese emotional und verzerrt ist, wundert kaum. Denn in dem medialen Hype um den Gerichtsprozess blieb kaum ein Persönlichkeitsrecht der Beteiligten und teilweise sogar Unbeteiligten unverletzt. http://medienkritik-schweiz.ch/2011/06/das-medienspektakel-geht-weiter/
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